Kettablass


Kettablass
Kett|ablass,
 
Kettbaumregulator, Textiltechnik: eine Vorrichtung an der Webmaschine zu dem Zweck, das von der Gewebeaufwicklung aufgezogene Gewebestück durch einen entsprechend langen Kettfadenabschnitt zu ersetzen. Die Kettablassbewegung soll den gewünschten stationären Zustand zwischen Längenabzug (Gewebe) und Längenspeisung (Kette) erhalten. Nach der Art der Regelung der Ablassbewegung unterscheidet man zwischen positiver und negativer Arbeitsweise. Positiv arbeitende Kettablassvorrichtungen geben je Zeiteinheit (z. B. bei jedem Schusseintrag) die gleiche Kettlänge frei, unabhängig von der gerade herrschenden Kettfadenspannung. Deshalb kann ein positiver Kettablass die Kettfadenspannung nicht konstant halten; er wird für Polketten in der Plüsch-, Samt- und Frottierweberei eingesetzt, bei denen eine gleichmäßige, möglichst konstante Längenabgabe gefordert wird. Negativ arbeitende Kettablassvorrichtungen schalten den Kettbaum mithilfe eines Getriebes (mechanischer Kettablass) oder mithilfe eines Motors (elektrischer Kettablass) so, dass die Kettfadenspannung über den Webprozess annähernd konstant gehalten wird. Entsprechend geben diese Vorrichtungen jeweils die für einen Schussabstand nötige Kettlänge ab, wobei die Kettfadenspannung über ein Abtastglied kontrolliert wird. Der negative Kettablass eignet sich für die Herstellung von dichten Geweben aus Natur- oder Chemiefasergarnen.

Universal-Lexikon. 2012.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Webmaschine — Web|ma|schi|ne, die: Maschine zum Weben. * * * Webmaschine,   Maschine zur Mechanisierung des Webvorgangs; im einfachsten Falle der Handwebstuhl (Webstuhl), heute meist komplexe, hochleistungsfähige Anlagen mit den für das Weben (Weberei)… …   Universal-Lexikon